WERKSTATTRAT

Liebe Besucherinnen und Besucher

ein Werkstattrat ist die Vertretung der Beschäftigten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (Wfbm), häufig immer noch veraltet Behindertenwerkstatt genannt.

MitarbeiterInnen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen haben in einer WfbM ein sogenanntes arbeitnehmerähnliches Arbeitsverhältnis. Die arbeiten dort zu anderen Bedingungen als auf dem ersten Arbeitsmarkt. So haben sie beispielsweise schon nach 20 Jahren den Anspruch auf eine Erwerbungsfähigketsrente (EU-Rente). In ihrem Arbeitsleben in der Werkstatt sind sie unkündbar und es können auch keine Leistungsansprüche an sie gestellt werden. Die MitarbeiterInnen arbeiten also in der Regel aus eigener Motivation und/oder weil sie mit ihrer Arbeit teils des allgemeinen Arbeitslebens und somit Teil der Gesellschaft sind. Statt eines Lohns erhalten sie eine Vergütung die meist nicht über 150 Euro im Monat liegt. Weil sie nur "arbeitnehmerähnlich" beschäftigt sind, haben sie (derzeit) auch keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.
Wegen dieses arbeitnehmerähnlichen Arbeitsverhältnisses haben die Beschäftigten auch nicht das Recht zur Gründung eines Betriebsrates mit entsprechenden Befugnissen. Statt dessen können sie in der jeweiligen Werkstatt einen Werkstattrat gründen.
 

Rechte des Werkstattrates

Formal haben Werkstatträte keine Rechte, auf die sie sich berufen könnten, um Änderungen innerhalb der Werkstatt einzufordern. Lange Jahre hindurch wurden den Werkstatträten in den jeweiligen WfbM nur zugestanden, sich zu vergleichsweise belanglosen Themen zu äußern, beispielsweise über das Mittagessen. Erst in den letzten Jahren wird von vielen Werkstattleitungen und deren Trägern die konstruktive Zuarbeit der Werkstättenräte anerkannt und die Beschlüsse, Wünsche und Forderungen der Werkstatträte in die administrativen Abläufe der Werkstätten mit einbezogen. Dies geschieht allerdings nach wie vor auf freiwilliger Basis.
In den vergangenen Jahren haben die Werkstatträte deshalb begonnen, sich zu organisieren. Es gibt Landes- und Bundesverbände, die versuchen, auch auf politische Themen Einfluss zu nehmen. Die erste Forderung dabei ist, den Werkstatträten definierte Mitspracherechte zu den Geschehnissen in den Werkstätten zu geben.
Heiß diskutiert wird auch das Thema das Mindestlohns. Würden die MitarbeiterInnen in den Werkstätten einen regulären Status und somit einen regulären Lohn erhalten, so könnten sie auch Betriebsräte gründen und wären somit nicht mehr auf das Wohlwollen der jeweiligen Geschäftsführungen angewiesen. Dem gegenüber werden häufig Argumente vorgegetragen, die die Vorteile der jetzigen Situation auch für die einzelnen Mitarbeiter betonen (siehe oben).

Weitere Informationen finden Sie hier:

Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) = Gesetzliche Grundlage der Werkstatträte

www.gesetze-im-internet.de/wmvo/BJNR129700001.html

Eintrag bei Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Werkstattrat

Bundesvereinigung der Werkstatträte:
www.bvwr.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Schleswig-Holstein
www.lag-werkstattraete-sh.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Niedersachsen
www.lag-wfbm-niedersachsen.de/Werkstattraete/

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Hamburg
www.lag-wr-hamburg.de/

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Mecklenburg-Vorpommern
www.wfbm-mv.de/lak-wr/

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte NRW
www.nrw-werkstattrat.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Baden-Württemberg
www.lagwr-bw.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Rheinland-Pfalz
www.lag-wr-rlp.de

Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Bayern
www.lag-wr-bayern.de/

Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) sind in verschiedenen Arbeitsbereichen aktiv: Viele Werkstätten sind im Bereich er industriellen Fertigung als "verlängerte Werkbank" für Großunternehmen aktiv. Auch im Dienstleistungsbereich gibt es viele Aktivitäten, von Gartenbaugruppen bis hin zu Diensleistungen im EDV-Bereich, etwa der professionellen Aktvenvernichtung.
Ein wachsender Bereich sind die Eigenprodukte, wie sie in Vielzahl bei entia erhältlich sind. Als Eigenprodukte bezeichnen die Werkstätten jene Produkte, die sie in Eigenregie entwickeln, herstellen und vermarkten. Mit dem Namen wollen sie die Produkte von jenen unterscheiden, die sie im Auftrag anderer Unternehmen anfertigen.

Dieser Bereich der hochwertigen Handwerksprodukte prosperiert, weil sich die Werkstätten damit von einzelnen großen Auftraggebern unabhängig machen können. Jene Zeit, in der in erster Linie "gebastelt" wurde, ist dabei lange vorbei (auch wenn sie leider noch immer gewisse Klischee-Vorstellungen prägt). Tatsächlich werden die Produkte heute meist unter Anleitung einschlägige ausgebildeter Mitarbeiter ausgeführt, nicht selten Meister ihres jeweiligen Handwerks. So entstehend Produkte, die im Zuge der Globalisierung heutzutage häufig nur noch in billiger Qualität in Fernost produziert werden. Beispielsweise Holzspielzeug, aber auch Dekoratives für Haus und Garten.

 

Vielfalt heißt: Viele unterschiedliche Produkte

Unten finden Sie eine Auswahl an Produkten, die aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung stammen. Klicken Sie auf das Bild und Sie kommen im zugehörigen Shop zum jeweiligen Produkt. Die Vielfalt der Menschen, die an der Herstellung dieser Produkte beteiligt waren, zeigt sich auch in der Vielfalt im Sortiment des Versandhauses entia, in dem diese Produkte angeboten werden. 1300 Produkte, über 90 Werkstätten für Menschen mit Behinderung, jedes einzelne ein Zeichen für die Vielfalt unserer Gesellschaft und der Möglichkeiten, wie wir mit unserer Unterschiedlichkeite umgehen.